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Achterbahnen in Las Vegas Seit den 70er Jahren stellen viele Beobachter eine zweite goldene Ära der Achterbahnen fest. Zu jener Zeit gab es in den Vereingten Staaten circa 1.500 Anlagen dieser Art. Depression und Fernsehen waren zwei Auslöser für den Niedergang dieser Vergnügungsstätten und ihrer Fahrgeschäfte. Seit den 70ern baut man jedoch wieder die sogenannten "roller coasters", wie Achterbahnen in der amerikanischen Sprache genannt werden. Als weithin sichtbare Signaturen tragen sie zum Bild der amerikanischen Vergnügungsparks bei und beginnen nun ihren zweiten Siegeszug rund um die Welt. Als transportable Rummelplatzattraktionen, in Freizeitparks, in Shopping Malls oder gar auch in Las Vegas entstehen sie. Die Wüstenmetropole und ihre Nachbarstadt Stateline beherbergen insgesamt sechs dieser Anlagen. Achterbahnen und Kasinos? Das mag verwundern. Jedoch bietet Las Vegas optimale Voraussetzungen: Besucherzahlen, Abenteuerhungrige, Vergnügungssüchtige, schönes Wetter, die Nähe zu Herstellerfirmen und vor allen Dingen gibt es hier das nötige Geld. Im Folgenden soll nun ein Überblick über die Achterbahnen in Las Vegas und Umgebung gegeben werden. "Bitte anschnallen und zurücktreten, die Fahrt beginnt."Der Manhattan Express feierte seine Premiere am 3. Januar 1997. Diese Stahlachterbahn windet sich einmal um den Hotelkomplex New York-New York und bildet zusammen mit den Wolkenkratzernachbildungen und der Freiheitsstatue die Silhouette des Hotelkomplexes. Die Fahrt beginnt im ersten Geschoss des Kasinobereichs im sogenannten Coney Island Emporium. Den eigentlichen Eingangsbereich der Fahrattraktion bildet ein Vorraum, der einer New Yorker Subway-Station nachempfunden ist. Es gibt eine Schließfachwand, einen Verkaufsshop und den eigentlichen Wartebereich, der zur Einstiegsplattform führt. Die Wände wurden mit Graffitis mit New Yorker Thematik und den Logos eines Getränkeherstellers (Pepsi Cola) besprüht. Kurz vor der Einstiegsplattform befindet sich die Kasse. Der Fahrpreis beträgt acht Dollar pro Person und ist nur in bar zahlbar. Speed –befindet sich vor dem Eingang zum Sahara-Hotelkomplex. Die Bahn gehört zur Generation der "LIM"-Achterbahnen. "LIM" steht hierbei für Linear Induction Motors, einem speziellen Antriebssystem, welches durch wechselnde elektromagnetische Felder einen Zug ähnlich einem Transrapid beschleunigt. Ein altes Element vieler Achterbahnen, der Kettenaufzug auf einer Anhöhe, entfällt und wird durch eine gerade Beschleunigungsstrecke ersetzt. Die etwa 460m lange Streckenführung beginnt im Restaurantkomplex des NASCAR-Cafes mit einer kurzen Beschleunigungsstrecke. Anschließend verlässt der Zug das Gebäude zum Strip hin, durchfährt eine Hochkurve und taucht schließlich unter dem Fußgängerweg vor dem Eingang zum Gebäude in einen Tunnel. Aus dem Tunnel steigt der Zug gerade in einen 26m hohen Looping, gefolgt von einer weiteren Beschleunigungsstrecke, die den Zug weiter vorantreibt. Dieser durchquert dann die überdimensionale Neon-Werbetafel des Sahara-Hotels, führt um dessen Eingangskuppelbereich, um schließlich vor der Hotelzufahrt eine 80m hohe Vertikalstrecke zu erklimmen. Auf dieser Strecke rollt der Zug aus, der Fahrgast erlebt hierbei knapp vier Sekunden lang das Gefühl der Schwerelosigkeit, bevor der Zug rückwärts fällt, und die gleiche Strecke rückwärts zurückgelegt wird. Letztlich wird der Zug auf der Beschleunigungsstrecke am Startpunkt ausgebremst und kommt am Ausgangspunkt wieder zum Halten..
Desperado war von der Eröffnung im August 1994 bis zum Sommer 1996 die höchste Achterbahn der Welt mit einer Höhe von 69m. Die Bahn befindet sich außerhalb von Las Vegas im Ort Primm, an der Interstate I-15 an der Grenze von Nevada zu Kalifornien. Der Ort besteht eigentlich nur aus drei Kasino-Komplexen: Primadonna, Whiskey Pete’s und Buffalo Bill’s Wild West Resort, die allesamt zur MGM-Gruppe gehören. Letzteres Resort ist Heimat eines Mini-Vergnügungsparks, der neben anderen Fahrgeschäften auch den Desperado beherbergt. Der Desperado ist eine Stahlachterbahn von Arrow-Dynamics, die auf Überschlagelemente verzichtet, und allein durch ihre weithin sichtbare Höhe, das Hotelanwesen, das von ihr umfahren wird, krönt. Die Fahrt beginnt im Amusement-Komplex des Kasinos und verlässt dieses durch das Dach. Nach zwei Minuten und 43 Sekunden Fahrzeit erreicht der Fahrgast wieder den Einstieg im Kasinobereich.
Der Grand Slam Canyon ist ein kostenlos zugänglicher Ganzjahres-Indoor-Vergnügungspark unter der Kuppel des Adventure Domes des Circus Circus Resort. Unter dem pinken Glaskuppeldach findet man neben der Achterbahn Canyon Blaster noch eine Wildwasserbahn, eine Schiffschaukel, einen Inverter (ein Überschlagkarussel) und einige andere Kinderfahrgeschäfte. Der Canyon Blaster ist historisch gesehen die erste Achterbahn in Las Vegas. Die Anlage wurde 1993 mit dem Adventure Dome zusammen eröffnet. Es handelt sich hierbei um eine Looping-Stahlachterbahn mit vier Überschlagelementen aus dem Hause Arrow-Dynamics. Die Bahn ist baugleich mit der Achterbahn Python des holländischen Herstellers Vekoma, die man im niederländischen Freizeitpark De Efteling findet. Die Thematisierung der Anlage wird durch das Wildwest-Ambiente des gesamten Themenparks bestimmt. Die Bahn durchfährt ein künstliches Bergmassiv, und der Eingangsbereich befindet sich in einer Wüstenvegetation
mit einem Stationsgebäude im Adobe-Stil.Der Möglichkeit, die Fahrattraktion in der Aufmachung einem bestimmten Thema zu widmen, wird auch in Las Vegas konsequent nachgegangen. Die Thematisierung ergibt sich in der Regel aus dem Gesamtkonzept der Umgebung. Im New York-New York Kasino sind die Achterbahnzüge als New Yorker Taxis gestaltet, bei Speed – The Ride findet man natürlich einen Zug, der einem NASCAR-Rennwagen gleicht. Der Zug des High Roller windet sich wie eine Roulette-Kugel um die Turmspitze des Stratosphere Towers, und der Desperado steht wie ein einsamer Widerstandskämpfer in der Wüste. Alle Thematisierungen tragen zum Wiedererkennungseffekt und der Gesamtwirkung des Komplexes bei. Zudem lassen sich thematisierte "rides" auch zusätzlich durch Merchandising-Artikel besser vermarkten. In puncto Zusatzgeschäft darf hierbei auch nicht die Möglichkeit, "In-Ride"-Erinnerungsfotos zu erwerben, ungenannt bleiben. Diese bieten dem Betreiber eine zusätzliche Einnahmequelle und stellen als Souvenirs ein wichtiges Mittel zur Werbung für das besuchte Resort dar. Sicherheitsvorkehrungen werden von allen Betreibern alles oberstes Gebot angeführt. Hierzu zählen tägliche Überprüfungen der Anlagen vor Betriebsbeginn, die Schulung des Personals, die angemeldete und unangemeldete Überprüfung der Anlagen durch Beamte und Drittfirmen, das Zurückgreifen auf solche Hersteller, die ein unfallfreies Renommee aufweisen können, sowie die ausreichende Beschilderung mit Sicherheitshinweisen für die Fahrgäste. Im gleichen Bericht wird der Verantwortliche für die Fahrgeschäfte im Circus Circus, Cliff Hay zitiert, wonach die Hotels die Arztkosten für Verletzungen, die durch den Besuch der Fahrgeschäfte entstehen, übernehmen, um eine schlechte Presse zu verhindern. Aber Las Vegas funktioniert anders als sonstige Vergnügungsparks. Dies liegt im Charakter als Metropole des Glückspiels begründet. Während die Betreiber der anderen Vergnügungsparks natürlich auch darauf aus sind, den Besuchern Vergnügen für Geld zu bieten, so stehen dennoch die Vergnügungsanlagen unbestreitbar im Mittelpunkt der Szenerie. In Las Vegas erscheinen diese oftmals nur als schmückendes, wenn auch teilweise überdimensioniertes Beiwerk oder Ornament eines größeren Kasinokomplexes. Hier ist der Kasinobetrieb der gewinnbringende Faktor. Timeline und Statistiken August 1993 Eröffnung des ersten Themenparks in Las Vegas: Grand Slam Canyon im Adventuredome des Circus Circus Hotels. Erste Achterbahn für Las Vegas: Canyon Slammer Hersteller: Arrow Dynamics baugleich mit Vekoma's Python (De Efteling/NL) Adresse: Circus Circus, 2880 Las Vegas Boulevard South, Las Vegas, Nevada 89109 807,6 m Streckenlänge, 31,3 m hoch |